DEUTSCHLAND LERNT SPAREN


Die Situation: Die meisten Sparer scheuen den Kapitalmarkt und nehmen Niedrigzinsen hin. Die wenigen anderen machen bei der Wertpapieranlage kostspielige Fehler und bleiben ebenfalls weit hinter den Möglichkeiten. Die Idee: Einfache Rezepte für Jedermann, um eigene finanzielle Ziele schneller zu erreichen.

Stiftung Warentest startet Serie zu Anlegerfehlern

Veröffentlicht am 21. Juni 2014
Von Andreas Hackethal

In der aktuellen Ausgabe des Verbrauchermagazins Finanztest startet die Stiftung Warentest eine Reihe zu Anlagefehlern. Jeder Fehler wird erläutert, die Kosten für den Anleger werden bemessen und Empfehlungen zur Fehlervermeidung aufgeführt. Der erste Teil der Reihe beschäftigt sich mit mangelnder Diversifikation im Depot. Die Stiftung bezieht sich im Artikel auf Arbeiten aus unserem Team an der Goethe Universität und nutzt unsere Ergebnisse zudem für Abbildungen und Zitate. In den entsprechenden Arbeiten zeigen wir, dass mangelnde Streuung tatsächlich die Hauptursache für die Renditelücke vieler Anleger ist. Im Schnitt kostet der Verzicht auf Diversifikation 4% Rendite pro Jahr. Die naheliegende Lösung besteht für die Sparer darin, von vornherein nur auf breit gestreute Fonds zu setzen – seien es konventionelle Aktienfonds oder sogenannte Exchange Traded Funds, die meist noch einen Kostenvorteil mit sich bringen.

Die folgende Abbildung, die auch im Finanztest-Artikel genutzt wird, zeigt die Renditelücke für eine Stichprobe von 3.400 deutsche Anleger deren Handelsverhalten wir über die zehn Jahre zwischen 2003 und 2012 beobachtet hatten. Jeder Punkt entspricht einem Anleger und die Lage im Diagramm wird bestimmt von der durchschnittlichen Depotrendite pro Jahr (vertikale Achse) und den durchschnittlichen Wertschwankungen pro Jahr (horizontale Achse). Mehr als 80% der Anleger hätten besser gelegen, wenn sie ihr Geld in einen halbwegs breit gestreuten Aktienfonds (im Bild der DAX) angelegt hätten. Noch besser ist natürlich eine global gestreute Geldanlage.
Depotprofil ausgewählter Anleger
Weitere Anlegerfehler, die Stiftung Warentest beleuchten wird, sind zum Beispiel „übermäßiges Traden“, „Jagd auf Trends“ und „Verlierer aussitzen“. Auch hierzu haben wir einschlägig gearbeitet. Wer Zeit und Interesse hat, für den lohnt sich ein Blick in das hier verlinkte Arbeitspapier.

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FinTech Startup vaamo geht an den Markt

Veröffentlicht am 20. Juni 2014
Von Oliver Vins

vaamo rückt die persönlichen finanziellen Ziele der Sparer in den Mittelpunkt und ersetzt die komplizierte Auswahl von Finanzprodukten. Dabei werden 1:1 die Grundregeln der Geldanlage umgesetzt und gezielt die Spardisziplin der Kunden gefördert.

Jeder hat finanzielle Ziele: Seien es die eigenen vier Wände, die Ausbildung der Kinder oder, ganz klassisch, der sorgenfreie Ruhestand. Solche konkreten Sparziele helfen in doppelter Hinsicht, erfolgreicher zu sparen: Sparziele führen zu mehr Transparenz bei der Geldanlage, weil sich der Sparerfolg besser messen lässt. Außerdem steigt die Motivation, das gesteckte Ziel ohne Umwege zu erreichen.

vaamo - Sparzielübersicht

vaamo – Sparzielübersicht

 

Transparenz bewahrt Sparer vor Überraschungen. Denn Sparziele ermöglichen es, das Sparverhalten und den Sparfortschritt jederzeit zu überwachen. Sparer wissen dann, wie viel Geld noch fehlt und wie lange es noch dauern wird, bis das Ziel erreicht ist. Zudem steigern Sparziele die persönliche Motivation. Die US-Bank Simple hat herausgefunden, dass Privatanleger, die sich konkrete Sparziele setzen, im Schnitt doppelt so viel Geld sparen, wie Anleger ohne Sparziele.

Die Vorteilhaftigkeit dieser Selbstkontrolle belegen auch die Forscher der Frankfurter Goethe Universität mit ihrer aktuellen Studie. Demnach zeichnen sich erfolgreiche Sparer durch 3 Eigenschaften aus: 1.) Sie setzen sich konkrete Ziele, 2.) sie überwachen ihre Ziele kontinuierlich und 3.) sie halten mit höchster Konsequenz an ihren Zielen fest. Ab dem 23. Juni hilft vaamo, Privatanlegern genau nach dieser Logik erfolgreich Geld zu sparen und anzulegen. Mehr Informationen unter www.vaamo.de.

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Fehlerfreie Geldanlage leicht gemacht

Veröffentlicht am 15. Juni 2014
Von Andreas Hackethal

Über die letzten Monate sind weltweit mehrere Anbieter an den Markt gegangen, die ihren Kunden die Geldanlage im Einklang mit den auch in diesem Blog vorgestellten Grundregeln ermöglichen. Die typischen Anlegerfehler sollen vermieden und die eigenen Anlageziele möglichst ohne Umwege erreicht werden. Ein gutes Beispiel für die USA ist das Unternehmen Betterment. Ein gutes Beispiel für Großbritannien ist die Firma nutmeg.

Nächste Woche ist es nun endlich auch in Deutschland so weit: Am 23. Juni 2014 geht das Unternehmen vaamo an den Start. Auch bei vaamo geht es um die möglichst breite Streuung der Anlagen zu möglichst geringen Kosten. Zudem erhält der Sparer die volle Kontrolle und Transparenz, wie er seine individuellen Sparziele erreichen kann. Mehr Informationen unter www.vaamo.de.

PS: Ich selbst habe das Unternehmen vaamo von Beginn an unter dem Schirm des Gründerzentrums an der Goethe Universität begleitet und leite heute den Aufsichtsrat. Ich werde daher auch zukünftig wissenschaftliche Erkenntnisse bei vaamo einspielen und im Gegenzug sicher auch lösungsorientierte Erkenntnisse für den wissenschaftlichen Diskurs gewinnen.

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Sich-selbst-Kontrollieren: Der Zusammenhang zwischen Selbstkontrolle und Wohlstand

Veröffentlicht am 13. Mai 2014
Von Spyros Palligkinis

In den vergangenen Jahren haben zahlreiche wissenschaftliche Studien gezeigt, dass Selbstkontrolle ein zentraler Aspekt für die Untersuchung privaten Anlegerverhaltens ist. Bei einer ganzen Reihe solcher Studien wurde festgestellt, dass zwischen Selbstkontrolle auf der einen Seite und niedriger Sparquoten oder gar Überschuldung privater Haushalte auf der anderen Seite eine starke Verbindung besteht. Wir können nun nachweisen, dass sich Selbstkontrolle langfristig deutlich positiv auf die Vermögensbildung auswirkt.

Für unsere empirische Studie verwenden wir Daten aus einer repräsentativen Umfrage unter US-Haushalten, die seit 1992 mehrfach wiederholt wurde. Außerdem nutzen wir eine umfassende Definition von Selbstkontrolle des amerikanischen Psychologen Roy Baumeister. Laut Baumeister hängt Selbstkontrolle von drei grundlegenden Verhaltensmerkmalen ab, die auch als wesentliche Bestandteile von Selbstkontrolle bezeichnet werden können. Sie setzen sich zusammen aus der Fähigkeit, sich persönliche Ziele zu setzen, den Weg hin zur Zielerreichung nachzuhalten und Versuchungen zu widerstehen, die von diesem Weg abführen. Gemäß dieser Theorie trifft also eine starke Selbstkontrolle auf die Menschen zu, die sich langfristige Ziele setzen (z. B. 10 Kilo abnehmen), die die dafür nötigen Maßnahmen nicht aus den Augen verlieren (z. B. Gewicht und Kalorienaufnahme regelmäßig messen) und die Fähigkeit besitzen, ihren gesetzten Zielen treu zu bleiben (z. B. einer leckeren Mahlzeit widerstehen, die alle Bemühungen gefährden würde).

Auf Basis jener Definition können wir zeigen, dass Haushalte mit mehr Selbstkontrolle überproportional mehr Vermögen aufgebaut haben. Ein Ergebnis, das für finanzschwächere (also ärmere) sowie finanzstärkere (also reichere) Haushalte gleichermaßen gilt. Doch noch wichtiger ist, dass jeder einzelne Bestandteil der Selbstkontrolle, d. h. persönliche Zielsetzung, Überprüfung und Disziplin zum Ergebnis beiträgt. Fällt auch nur einer der drei Bestandteile aus droht das Scheitern der gesamten Selbstkontrolle.

Zwei Implikationen liegen also auf der Hand:
Erstens erfährt eine solide Finanzbildung noch mehr Bedeutung für den Vermögensaufbau. Finanzbildung ist nicht nur notwendig für die Formulierung realistischer Ziele, sondern auch, weil ein gut strukturierter Plan Anleger besser davor schützt, impulsiv zu handeln. Zweitens ergeben sich neue Perspektiven für Geschäftsmodelle, die darauf abzielen, Kunden in allen drei Dimensionen der Selbstkontrolle zu unterstützen.

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Die beiden Autoren Nina Biljanovska und Spyros Palligkinis gehören zum Nachwuchsbereich des House of Finance:

Nina Biljanovska

Nina Biljanovska

Nina Biljanovska ist momentan Doktorandin an der
Goethe-Universität-Frankfurt. Bereits während
ihres Bachelors of Business Administration an
der State University of New York und ihres
Masters in „Money and Finance“ in Frankfurt
beschäftigte sie sich intensiv mit Macroökonomie
und privatem Anlegerverhalten.

 

Spyros Palligkinis

Spyros Palligkinis

Spyros Palligkinis ist ebenfalls Doktorand am House of Finance. Nach seinem Abschluss in Angewandter Mathematik an der National Technical University of Athens und seinem Master in Finanzen an der Cass Business School in London zog es ihn an das SAFE Center of Excellence in Frankfurt. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im privaten Konsum- und Sparverhalten sowie in der allgemeinen Verhaltensökonomie.

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Ihre Stimme zählt!

Veröffentlicht am 23. April 2014
Von Andreas Hackethal

Nach einer längeren Ruhephase habe ich schließlich eine frohe Botschaft zu verkünden: Deutschland lernt Sparen ist einer von neun Finanzblogs, der für den „comdirect finanzblog award 2014“ nominiert ist. Aus insgesamt 45 Bewerbungen hat eine unabhängige Jury die Nominierten ausgewählt. Der Award richtet sich an „Finanzblogger, die ihren Lesern ein gutes Angebot an glaubwürdigen und verständliche aufbereiteten Informationen bietet.“ (Quelle: comdirekt.de)

Zum ersten Mal wird dieses Jahr auch ein Publikumspreis vergeben. Blogleser haben bis zum 25. April die Möglichkeit für ihren Favoriten zu voten. Wenn Sie also denken, Deutschland lernt Sparen ist Ihr Lieblings-Finanzblog, dann können Sie die nächsten zwei Tage noch hier abstimmen.

Vielen Dank im Voraus für Ihre Stimme,

Ihr Andreas Hackethal

PS: Demnächst gibt es auf Deutschland lernt Sparen wieder einen spannenden Gastbeitrag von zwei Nachwuchsforschern aus dem House of Finance in Frankfurt am Main. Bis dahin stehen Ihnen nach wie vor hier die bisherigen Gastbeiträge einiger Kollegen zur Verfügung.

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Quick Scan für ETFs

Veröffentlicht am 17. März 2014
Von Andreas Hackethal

Da war es nur noch eine: Um schließlich die letzte Frage meiner Facebook-Aktion zu beantworten, lohnt sich immer auch ein Blick auf die Internetseite von finanztreff.de. Dort sind die wichtigsten Information rund ums Thema ETFs gut aufbereitet:

Was genau muss ich mir bei einem ETF Fonds in der Beschreibung durchlesen? Gibt es eine Anweisung für eine Art „Quick-Scan“ für Produktbeschreibungen? Wo genau wird hier das Risiko beschrieben? Der „Beipackzettel“ ist meist zu lang und komplex für eine zeitgemäße Betrachtung. Wie erkenne ich also schnell, ob es sich um Zertifikate handelt, die Emittentenrisiko haben?

Hier die wichtigsten Hinweise für den „Quick Scan“:

Vergleichsindex: möglichst breit, wie z. B. MSCI World oder MSCI All Countries bzw. möglichst viele Unternehmen pro Region – also besser Eurostoxx 600 als Eurostoxx 50 (hier hilft auch ein Blick auf die Kuchendiagramm unter Zusammensetzung/Portfolio)

Tracking Error (wie gut wird der Vergleichsindex abgebildet): möglichst nahe Null, als Daumenregel weniger als drei Prozent

Beta (wieviel Risiko des Vergleichsindex ist im ETF enthalten): möglichst nahe bei 1

Alpha (wie groß war der Renditeabstand zum Vergleichindex): möglichst nicht negativ

TER (Total Expense Ratio – Gesamtkosten im Verhältnis zum Fondsvermögen): möglichst niedrig und für die meisten ETFs unter 0,5 Prozent pro Jahr.

Volatilität (Renditeschwankung des Fonds): wird durch Vergleichsindex, Beta und Tracking Error bestimmt und beinhaltet daher keine wichtige Zusatzinformation – erlaubt jedoch den (historischen) Risikovergleich über verschiedene Indizes

Fondsvolumen (wieviel haben Anleger in den Fonds angelegt): sollte eine Mindestgröße von mehreren hundert Millionen Euro haben, damit sich für die Kapitalanlagegesellschaft Skalenvorteile einstellen und der Handel liquide ist.

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